Theater-Schreibwerkstatt mit Paul Steinmann
Kurs vom 4. und 5. Februar 2012 in Eiken

Bei eisiger Kälte trafen sich am ersten Februarwochenende 11 Teilnehmer und 1 Kursleiter im Zivilschutz-Ausbildungszentrum Eiken mit dem Ziel, an einem Theaterstück zu arbeiten.Die vorsorglich mitgebrachten Pullover erwiesen sich als überflüssig-denn im Kursraum war es ungefähr so heiß wie in einer Backstube.Nach kurzer Vorstellungsrunde stellten wir Ruckzuck 6 verschiedene Themen zusammen, über die wir ein Theater schreiben wollten.Der Kursleiter, Paul Steinmann erzählte uns von seiner Arbeit:Er ist ein Autor, der sozusagen massgeschneiderte Stücke schreibt, die ihm in Auftrag gegeben werden.Ein paar der Frauen im Kurs hatten angefangene Projekte mitgebracht, bei denen sie irgendwie feststeckten.Paul Steinmann ging mit uns Punkt für Punkt die Strukturen, die zum Aufbau eines Theaterstücks nötig sind, durch.Sehr schnell wurde klar, dass ein Stück nicht entstehen kann, indem man den Anfang festlegt, sondern indem man das Ende bestimmt.So kann man dem „Schrecken des Stücks ohne Ende“ entkommen.Mithilfe eines Spiels erschufen wir in der Gruppe verschiedene Figuren, die wir nun einen Monolog sprechen liessen.Wir lasen uns die Texte gegenseitig vor, die wir geschrieben hatten, was teilweise sehr erheiternd war, da manche Kursteilnehmer komödiantisch veranlagt waren.Aber auch wurden Texte vorgetragen, die einem förmlich das Blut in den Adern gefrieren liessen; waren sie doch von einer tiefgründigen Tragik beseelt.Unsere Kursbegleitung, Anita Stammbach und ihr Mann Urs, liessen es sich jedoch nicht nehmen, uns ein absolut delikates Menü in herzlicher, familiärer Atmosphäre zu servieren, und so plauderten bald alle 12 in fröhlicher Runde um den Tisch bei den Stammbachs.Die Zeit verging wie im Flug, und am nächsten Morgen sassen wir auch schon um 9 Uhr alle wieder im Kursraum und brüteten über unseren Texten.Wie auch am vergangenen Tag, erklärte uns Paul Steinmann in kurzen Sätzen und klar verständlicher Sprache, worauf wir beim Aufbau eines Theaterstücks besonders achten müssten: z.B.erkannten wir durch einige der Übungen im Kurs, dass sich Zeitdruck eher produktiv auf den Autor auswirkt.Insgesamt war die Kursatmosphäre sehr offen und herzlich: der wertungsfreie Umgang miteinander erleichterte es sehr, die eigenen Texte und Ideen ohne Scheu vorzutragen.Das einzige, was mich persönlich unzufrieden stimmte war, dass diese zwei Tage so unheimlich schnell vorbei gingen...

Ketterer Eveline